what about me?

das ist ja so eine frage, die man sich ab und zu mal stellt, oder? die mütter unter euch wahrscheinlich noch mehr und öfter als die nicht-mütter. gestern hab ich ja schon vor mich hingemäkelt, dass ich ein zeitproblem habe. nebenbei stelle ich in letzter zeit immer wieder fest, dass es nicht nur mangelnde zeit ist, sondern viel mehr die fremdbestimmte zeit, die mir aktuell zu schaffen macht. seit einigen wochen habe ich immer mehr das gefühl, nur zu reagieren statt zu agieren. diese phasen habe ich immer wieder mal, wenn’s beruflich gerade sehr stressig ist und sehe das eigentlich als normal an. denn nach einiger zeit beruhigt sich das ganze wieder und man ist wieder im lot. dieses mal ist es aber irgendwie anders. meine mitte scheint weg zu sein und lässt sich irgendwie auch nicht mehr lokalisieren. dabei fühle ich mich grundsätzlich gar nicht schlecht. also, nix mit müdigkeit, depression, mid-life-crisis oder anderen burnout-indizien. trotzdem scheine ich mich irgendwie verloren zu haben. wenn ich über die rollen nachdenke, die mir so angetragen werden und die ich offensichtlich einfach so angenommen habe, frage ich mich immer öfter: wer davon ist eigentlich mein ich? und warum denkt man über so viele sachen gar nicht mehr nach, sondern macht nur noch statt zu hinterfragen?
seit längerem mache ich mir deshalb gedanken, wie ich denn erstmal meine mitte wieder finden könnte und mich selbst wieder in’s lot bringe, damit ich von da aus dann weiter fragen kann, ob ich all diese rollen wirklich noch haben will. und wo fängt man bei körperwahrnehmungsveränderungen (im scrabble sind das mind. 100 punkte!) am besten an? richtig – bei der ernährung! da ich bisher so halb-vegetarisch lebe (ich esse fisch und eier), habe ich mich dazu entschieden, mal 14 tage vegan zu kochen und zwar nach dem buch vegan fasten. das ist so eine art basenfasten, um den körper zu entsäuern. ich bin jetzt bei tag 4 und wie sich heraus stellt, ist weniger die vegane ernährung die schwierigkeit. sich aber an (nur) 3 mahlzeiten am tag zu halten – das ist eine echte herausforderung für mich! ich bin nämlich ein stress-esser. und ein belohnungs-esser. und zu studienzeiten war ich davon überzeugt, ein mechanisches gehirn zu besitzen, denn es funktionierte am besten, wenn sich meine kaumuskeln bewegten. wie dem auch sei – alle zwischenmahlzeiten und kleinen leckerchen sind gestrichen. hmpf. was aber eigentlich genau den effekt hat, den ich haben wollte. wenn der körper schreit “gib mir süßes” – muss ich mich fragen “warum?” und schon ist man mittendrin im reflektieren und sich selber wieder wahr nehmen. 
das buch kann ich übrigens gut empfehlen. die rezepte sind lecker, leicht zu kochen und nicht aufwendig. die ganze fastensache wird mir ein bisschen zu knapp abgehandelt und lässt einige fragen offen, aber um mal 14 tage sehr bewusst zu essen, ist es gut geeignet.
und was ist das nächste, was den körper betrifft? richtig! bewegung! das ist so eine sache im büroalltag. wenn paula nicht wäre, würde ich mich wahrscheinlich garnicht mehr bewegen. jetzt bekomme ich zumindest etwas bewegung und frische luft beim hundespaziergang. schon seltsam: vor 14 jahren war ich noch fast jeden abend im sportstudio. da kannte ich hier aber auch fast niemenden mehr in der gegend. dann wurde der beruf stressiger, die bekanntschaften ausgeweitet und der sport wurde weniger. dann wurde der beruf noch anspruchsvoller, dann kam herr m. und der sport wurde noch weniger. dann kam das haus dazu und der sport hörte auf. das gewicht schoß dafür gute 15kg in die höhe. aber – keine zeit, sich damit zu beschäftigen. alles andere war ja anscheinend wichtiger. 🙂
jetzt entdecke ich also den sport wieder. die jogging-versuche der letzten jahre können übrigens nicht als sport bezeichnet werden. ich habe mich jetzt für yoga entschieden, weil ich dachte, es passt zum sich bewusst werden am besten. (die letzte yoga-erfahrung von vor 10 jahren endete übrigens mit gepflegtem einschlafen. das war so langweilig, dass ich danach nicht mehr hin gegangen bin.) weil ich aber für einen richtigen yoga-kurs keine zeit habe (da wärt ihr nie drauf gekommen, gell?), bin ich jetzt bei einem von diesen online-anbietern gelandet. gym…do, um genau zu sein. angemeldet bin ich schon seit märz. den ersten kurs habe ich letzten dienstag gemacht. noch fragen? 😉 jedenfalls muss ich sagen: ich bin begeistert! mir fehlt zwar der vergleich, aber die yoga-dame im video ist super! und auch ansonsten gefällt mir das portal ganz gut. leider fing das programm gleich mit hatha yoga an. oha! das ein oder andere mal habe ich ganz schön lachen müssen, wie steif und ungelenk ich bin und wie flexibel die dame im video posiert. außerdem habe ich jetzt ganz schönen muskelkater. aber man muss balance üben. und das ist ja genau das, was mir gerade fehlt. offensichtlich nicht nur seelisch, sondern auch physisch.
ich bin sehr gespannt, wie ich mich nach den 14 tagen fühlen werde. und ob das ganze überhaupt was bringt. eigentlich hätte ich mir für diese zeit gerne urlaub genommen, um wirklich wieder ganz bei mir sein zu können. aber dafür war grad keine zeit. 😉 also mache ich jetzt das beste daraus und versuche, mir so viel zeit wie möglich für mich zu nehmen und sie besonders intensiv zu nutzen. 
übrigens, annette von blick7 macht gerade 30 tage paleo. aus etwas anderen gründen, aber das finde ich auch sehr spannend!!!
und wie ist das bei euch so mit dem inneren gleichgewicht? habt ihr eure mitte? oder habt ihr sie auch schon mal verloren??

8 thoughts on “what about me?

  1. Na, da drücke ich mal ganz fest die Daumen, dass der innere Schweinehund nicht zu stark wird! Das sind doch zumindest schon mal ganz gute Vorsätze. Ich bin gespannt, was du berichtest.
    Liebe Grüße, Dani

  2. Nun könnte ich einen Kommentar schreiben, der ungefähr so lange würde, wie dein Post… so betrifft mich das Thema auch. Vor allen Dingen, wenn man alles will, nichts weglassen möchte und dann auch noch immer den Arm hoch reißt, wenn Arbeit zu vergeben ist. Zeitfresser ausschalten, und nur noch Dinge nach Dringlichkeit erledigen, hilft zumindest eine Zeitlang.
    Es grüßt gehetzt und gestresst… die Billa ; )

  3. Meine Mitte habe ich seit längerem auch nicht immer. Wenn an beiden Seiten Kids ziehen und nicht gleich fest, dann ist das so eine Sache mit der Mitte. Aber ich versuche sie auch wieder zu finden. Und Sport würde ich auch gerne mehr machen, aber die liebe zeit und noch ein anderes Hinderniss lassen mich zur Zeit nicht so wie ich will. Aber es geht aufwärts und irgendwann werd ich wieder mittig sein. Die Listen zu reduzieren hat schon mal gut getan und ich habe auch eine Broschüre von so einem Online gym bei mir liegen, das ich 6 Monate testen kann, das werde ich sicher machen, und irgendwann ist der doofe sommer vorbei und ich kann endlich wieder schifahren gehen, dann geht es mir sowieso gleich viel besser. Zur Zeit ist einfach die falsche Jahreszeit für mich, aber die geht fix vorbei ohne dass ich was dazu tun muss, ist schon mal was tolles 😉

    ich wünsche dir viel Erfolg bei der findung deiner Mitte
    lg dodo

  4. “Trotzdem scheine ich mich irgendwie verloren zu haben.” Dieser Satz macht mich nachdenklich, denn manchmal habe ich auch das Gefühl, dass ich zwar funktioniere und mache und tue – aber irgendein Teil auf der Strecke geblieben ist. Manchmal denke ich, dass mein Ich von damals sich wundern würde, wenn es mich jetzt treffen würde…

    Deine Erfahrungen werde ich verfolgen. Viel Erfolg, nein – viel Freude dabei!!
    Liebe Grüße, Mond

  5. Huhu Stefi,
    na das klingt ja wirklich nach “Bitte einmal alles anders!” 😉 Von diesem Online-Sport-Dingens habe ich noch nie gehört – das muss ich ja gleich mal genauer ansehen. Klingt gut! Und zum Mitte finden und entschleunigen: War ja gerade eine Woche auf Samos, genau deswegen. Rauskommen, drei Tage nur damit beschäftigen. Auf schokofisch.de hab ich übrigens drüber berichtet, falls es dich interessiert. Es tat jedenfalls wirklich sehr gut! 😉
    Dir viel Erfolg und liebe Grüße!
    Inga

  6. Die Mitte finden, die Mitte haben – ich habe das Gefühl bei mir dreht sich alles um mich. Ich verliere eher den Blick für die Anderen und für das Andere. Ein ganz großer Zeitfresser ist das Netz – darüber sollte ich bei Zeiten einmal nachdenken!
    Liebe Grüße und viel Erfolg, Cora

  7. Ach liebe Stefi, die eigene Mitte ist aber auch wirklich leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen… seit sich bei mir so viel tut hab ich zwischendurch das Gefühl, mir selbst hinterher zu laufen – ist ja auch so ähnlich, nicht? Ich glaube aber, dass es `nur` ein wenig Ruhe braucht, oder ein wenig mehr, und man kommt sich selbst wieder näher… oder? Ich wünsche Dir, dass Dein Weg der für Dich richtige ist : )

  8. Ich lese es erst jetzt. Ach Süße, das kenne ich zu gut.
    Mir hilft zeichnen, basteln, Feldblumen pflücken… Einfach was mit den Händen machen. Nicht nur die Finger über die Tastatur flitzen lassen. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen und wünsche Dir, dass das Experiment so erfolgreich ist, dass Du danach Teile in Deinen Alltag übernimmst.
    Ich drück Dich! Schönes WE, Annette

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