vor einem jahr hat es an diesem tag geregnet und gestürmt. es war eher herbst statt winter. an diesem tag mussten wir uns von unserer quenda verabschieden. 
quenda, der bosnische straßenhund. gerade mal zweieinhalb jahre ist sie alt geworden. eine undefinierbare mischung, die als welpe staupe hatte und in einer mülltonne entsorgt werden sollte. sie hatte das glück von einem verein in bonn aufgenommen zu werden und dort scheute man weder kosten noch mühen, die staupe in den griff zu bekommen. quenda hat’s geschafft. geblieben war ein staupetick – das linke vorderbeinchen zuckte ständig, aber das schien sie nicht zu stören und uns störte es erst recht nicht. außerdem hatte sie leichte knickfüßchen und war anfangs sehr wackelig auf den beinen. in den kurven fiel sie beim rennen meistens hin. später, als ihre muskulatur kräftiger wurde, passierte das natürlich nicht mehr. 
wir bekamen quenda mit 11 monaten. ein verschüchterter hund, mit dem wir anfangs nur 100m weit spazieren gehen konnten, weil sie angst hatte und sich lieber einfach hinsetzte, um die gegend anzugucken. wir wohnten zu dem zeitpunkt noch in der ersten etage zu miete und mussten für jeden spaziergang eine holztreppe runter. quenda wollte diese treppe anfangs nicht laufen. also trugen wir sie die treppe runter.
nach und nach lebte quenda sich ein und wurde zu einem ganz normalen hund – sie durch die gegend toben zu sehen war ein unglaubliches glücksgefühl.
im laufe der zeit zeigte sich, dass aber offensichtlich ein herdenschutzhund in ihr steckte, denn so gern quenda andere hunde auch hatte, mit menschen, die zu uns wollten, hatte sie probleme. wir hätten wahrscheinlich noch ein ganzes stück arbeit mit ihr gehabt, damit sie sich nicht dauernd zum „bewacher“ aufspielte – aber dann kam das nierenversagen dazwischen. so unerfahren wie wir im bereich von erkrankungen bei hunden waren, haben wir die anzeichen nicht rechtzeitig zu deuten gewußt. als es dann eindeutig wurde, war es zu spät. 14 tage lag quenda auf der krankenstation beim tierarzt, bekam infusionen ohne ende, aber die nieren wollten nicht mehr. wahrscheinlich eine spätfolge der staupeerkrankung. für ein paar tage kam sie dann noch mal nach hause. aber sie war ganz schwach, wollte nicht fressen und dann auch nicht mehr trinken. und als der wind sie am 13.12.2011 fast umwehte, war die entscheidung gefallen.
wir hoffen, dass es quenda auf der anderen seite vom regenbogen gut geht. dass sie ohne schmerzen spielen kann und auch ihren bruder wieder getroffen hat, der die staupe nicht überlebte. 
paula, die kurz nach quenda bei uns einzog, macht uns sehr glücklich und ist unser größter schatz – aber ein großer platz im herzen gehört quenda.

quenda_erinnerung_2012

quenda_erinnerung_2012a

Share: