fragen kostet nix – das resultat kann arbeit sein

ein ding, was die blogger-welt immer wieder in aufruhr bringt, ist das thema “kooperation”.

als ich mit bloggen anfing, im november 2006 (!), da waren blogs noch einfach gestrickte seiten für eine art online-tagebuch. die meisten blogs waren ohne großes chi-chi. ausnahmen gab’s da sicherlich auch, aber das meiste war doch ziemlich simpel gehalten. ich weiß gar nicht, ob die idee “mit blogs geld verdienen”, da überhaupt schon wirklich präsent war.

jetzt allerdings habe ich das gefühl, das kaum noch jemand aus dem selbstzweck des schreibens einen blog betreibt oder anfängt, sondern die heimliche motivation dahinter meistens ziemliche monetär ist. das ist keine bewertung der blog-absichten, sondern lediglich eine feststellung.

das ist ja auch okay. beide kooperationspartner profitieren schließlich von dieser motivation. der blogger verdient damit geld und der kooperationspartner bekommt eine sehr persönlich zugeschnittene werbung, mit bestenfalls sehr positiver bewertung des werbegegenstands.

aber genau diese win-win-situation für beide seiten, scheint nicht so ganz selbstverständlich zu sein, bzw. häufig ein bisschen schieflage zu haben. zumindest habe ich diesen eindruck gewonnen, wenn man sich mit bloggern unterhält. auch auf den blog-konferenzen und -meetings ist das immer ein heißes thema. vor allem die bewertung der eigenen arbeit und was man dafür verlangen kann, verunsichert viele blogger. bei diesem thema plaudert leider auch kaum einer gerne aus dem nähkästchen. über geld spricht man nicht – das motto wird hierbei ziemlich hoch gehalten.

und ja – bloggen im auftrag eines kooperationspartners ist ARBEIT! das sollte man als blogger nicht vergessen. erfolgreiche blogs mit vielen koops stecken echte arbeit in ihre berichte. man überlegt sich konzepte, macht bilder, bearbeitet diese, schreibt einen text, etc…. das alles kostet zeit und nerven und energie. das darf man sich dann auch bezahlen lassen. wer meint, sein arbeitsaufwand ist mit der überlassung eines produktes abgegolten – gut. das muss jeder für sich entscheiden. aber sein wir doch mal ehrlich: ein neuer toaster zu hause entspricht nicht immer unbedingt dem aufwand, den man sich gemacht hat, oder?

kooperationspartner vergessen das leider auch ganz gerne, welche arbeit sich ein blogger für einen bericht macht. häufig scheint die idee vorzuherrschen, blogger schreiben schließlich aus leidenschaft und ein toaster müsste dann als nette geste ja ausreichend sein. nun ja….

einen tip – oder ein muss, das ich aus meinem blogger-netzwerk mitgenommen habe, ist das media-kit. hier hat man wirklich eine gute möglichkeit, dem kooperationspartner zu zeigen, welche arbeit man sich machen würde. welche zielgruppe und reichweite man hat, wie man im social media-bereich unterwegs ist und was man für seine leistung erwartet bzw. was der auftraggeber für leistungen bekommt. wer interesse an ernsthaften und guten kooperationen hat, sollte sich darüber wirklich gedanken machen. das media-kit ist eine eigenwerbung. ein verkaufsargument für die eigenen leistungen.

auf meinem blog gibt es nicht viele kooperationen – in den letzten jahren eigentlich gar keine mehr, weil ich es zeitlich einfach nicht schaffe, mir diese arbeit mit koop-beiträgen zu machen. häufig habe ich auch nur sehr seltsame anfragen im postfach. anfragen, bei denen man sofort merkt, dass das gegenüber noch nicht einmal auf meinem blog war. oder aber angebote, die keine sind, weil schokolade als bezahlung dann doch zu wenig ist. diese schwarzen schafe gibt es aber zur genüge.

es gibt aber auch die weißen schafe. die, die nette anfragen schicken. die, mit denen man einen fairen preis aushandeln kann. die, die einen als vollwertige partner ansehen. die, die durchaus auch nette und freundliche absagen schicken.

genau – absagen. denn man muss ja schließlich nicht darauf warten, dass ein kooperationspartner einen findet und einem dann den roten teppich ausrollt. man kann ja auch selbst die initiative ergreifen und einfach mal fragen. fragen kostet ja nix. sollte es dann tatsächlich zu einer kooperation kommen, bedeutet das natürlich arbeit. 😉

bei der organisation des lieblingsbloggertreffens in bielefeld, habe ich sehr viel gefragt und klinken geputzt. und zwischendrin war ich auch ab und zu mal genervt. ich habe nicht nach kooperationen im eigentlich sinn gesucht, sondern nach sponsoren für unser goodie-bag. ein goodie-bag gehört schließlich irgendwie zu einem blogger-treffen dazu, oder?

bisher haben wir das immer selbst gefüllt – jeder teilnehmer hat was beigesteuert. dieses mal hatte ich mir aber in den kopf gesetzt, dass da mehr drin sein könnte. bielefeld sollte allen in richtig guter erinnerung bleiben. und dann stand ich da – wen frag ich denn jetzt? wer könnte was beisteuern? wer hat überhaupt interesse an bloggern?

was soll ich sagen, die ersten emails, die ich geschrieben habe, haben mich echt nervös gemacht. man weiß ja nie, an wen man so gerät. aber, wer nichts wagt, der nichts gewinnt. und gewonnen haben wir am ende tolle sponsoren:

hot roasted love, eine feine kaffeerösterei hier in bielefeld,

 

feingesiebtes, eine manufaktur für tolle dinge mit siebdruck verfeinert. übrigens sind die siebdruckkurse sehr zu empfehlen!!!

 

ava & yves, mit so wunderbarer papeterie und schönen grafiken,

 

die erlebnismanager, die die grandiose idee hatten, bielefeld in liebefeld umzutaufen,

 

das bielefeld marketing, das uns den turmaufstieg auf die sparrenburg ermöglicht hat,

 

und sogar dr. oetker! (mit neuestem produkt am start – vegetarisches geliermittel)

 

der ein oder andere kontakt war in der tat anfangs etwas zäh. aber hier heißt es: durchhalten! immer wieder fragen. wer nicht eindeutig absagt, wird weiter mit anfragen gelöchert. solltet ihr also jemals versuchen wollen, sponsoren für etwas zu bekommen, lasst euch nicht entmutigen. immer schön am ball bleiben.

aber es ist auch klar: der sponsor möchte auch einen benefit haben. auch wenn ein sponsoring sicherlich ein höheres risiko birgt, dass am ende die gewünschte werbung nicht so umfangreich ausfällt, wie man es gerne gehabt hätte. trotzdem – ein sponsoring ist keine spende, sondern werbung. und werbung heißt, viele menschen erreichen und produkte wie firmen bekannt machen. die social media-kanäle eignen sich dafür hervorragend. wieviele neukunden oder interessenten auf grund solcher aktionen bei den einzelnen firmen dann auftauchen, ist sicherlich kaum messbar. aber den bekanntheitsgrad erhöht es, meiner meinung nach, in jedem fall.

ich möchte mich hiermit auch noch mal ganz offiziell bei unseren sponsoren bedanken. es sind echt alle super nett gewesen und die goodie-bags waren dieses jahr der hammer! hier zu sehen mit all den schönen dingen, die die lieblingsblogger beigesteuert haben:

 

ich bin schon eine klitzekleines bisschen stolz, dass das sponsoring so toll ausgefallen ist und alle mitgemacht haben. für mich persönlich bedeutet das, ein teil von etwas zu sein. mein lokal-stolz ist wieder gewachsen. die bielefelder können was – echt! 🙂

9 thoughts on “fragen kostet nix – das resultat kann arbeit sein

  1. Absolut stolz kannst Du da sein liebe Frau S. und ich bedanke mich auf diesem Wege auch noch mal bei Dir und den Sponsoren 🙂
    Und ich bin der Meinung, langfristig merkt man, ob ein Blogger nur bloggt, um damit Geld zu verdienen oder ob die Liebe zu dem was er tut da ist. Denn das ist für mich sehr wichtig am Lesen von Blogs, das Gefühl zu haben, dass es authentisch ist, was der Blogger macht und mitteilt.
    Herzliche Grüße nach Liebefeld,
    Kebo

    1. liebe kebo,
      da hast du recht – und genau diese authentizität möchten ja auch die kooperationspartner. ich als leser finde auch eine gesunde mischung von koops und neutralen beiträgen sehr wichtig. sonst macht das keinen spass mehr. manchmal hat man nur den eindruck, das wird etwas vergessen.
      viele grüße
      die frau s.

  2. Hallo liebe frau s.,
    wow, da hat sich Dein Engagement aber richtig gelohnt! Das sieht nach viel Arbeit und Herzblut aus!
    Vielen Dank auch für Deine Gedanken zum Thema Kooperation. Ich bin da manchmal zwiegespalten und mag auch nicht so viel Werbung auf dem eigenen Blog. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch die einzige Einnahmequelle, die man als Blogger so hat. Ich denke, die Balance ist wichtig!
    Wünsche Dir einen tollen Abend und einen wundervolle Adventszeit!
    Viele liebe Grüße nach Liebefeld, Tanja

    1. ja, da gebe ich dir recht. wie ich bei kebo schon geschrieben habe: ich mag eine gute mischung. dann nimmt man dem blogger nämlich auch noch die meinung ab. sonst wird’s irgendwie dröge.
      dir auch eine schöne adventszeit,
      viele grüße
      die frau s.

  3. Da kann ich dir nur aus vollem Herzen zustimmen und auch dem was Tanja schreibt. Es ist immer eine Gratwanderung und ich höre da sehr auf mein Bauchgefühl.

    Es grüßt die Billa

  4. Vielen Dank für all Deine Mühen – ich muss sagen, es hat sich gelohnt! das Wochenende war soo so toll, dass ich auch beim nächsten Mal wieder sehr sehr sehr gerne dabei sein werde… und das goodie bag war n Knaller! Von den Sponsoren wie auch von uns allen – die selbstgemachten Sachen sind halt immer wieder was ganz besonderes.
    Viele liebe Grüße nach Liebefeld! : *
    Julika

  5. Ja, liebe Steffi, da sind wir uns alle einig. Bloggen macht Spaß, Koops auch, aber die sind halt eben auch Arbeit. Ich fand es toll, dass wir auf dem Lieblingsbloggertreffen so offen über alles gesprochen haben. Ich nehme von diesen Treffen immer ganz viel für sich mit. Und diesmal auch noch die tollen Sachen deiner Sponsoren aus Liebefeld. Dafür noch mal ganz lieben Dank. Ich hoffe, ich kann auch beim nächsten Mal wieder dabei sein.
    Lieben Gruß und einen schönen 4. Advent
    Yna

  6. Liebe Stefi,
    ich weiß nicht, ob ich ohne das “Lieblingsbloggertreffen” jemals nach Bielefeld gekommen wäre, ich war ja nicht einmal sicher, dass es diese Stadt
    überhaupt gibt 😉 Aber ich weiß , dass die Zeit zu kurz war um diese wunderbare Stadt zu entdecken und dass ich sie bestimmt noch einmal besuchen werde !!!
    Nochmals ganz herzlichen Dank für deine Mühe und deinen Einsatz, besser geht es nicht 😊 Herzliche Grüße , gerade vom stürmischen und verregneten Niederrhein, helga

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