im moment geistert es viel durch die blogs – das böse blogtief. ein dunkle wolke voller fragen, die über einem hängt und nur darauf wartet, zu regnen. will ich noch bloggen? was soll ich bloggen? wer liest meinen blog? warum lesen ihn nicht mehr leute? wieso fällt mir kein text ein? warum sehen meine bilder so langweilig aus? warum kommen keine neuen leser? huch, warum ist schon wieder eine woche ohne post rum? wann soll ich nur bloggen, ich hab keine zeit?!
in diesem stil kennt wohl jeder, mehr oder weniger, das blogtief. und was entsteht daraus? eigentlich nur druck. den wir uns selber machen. so wie „ich muss aber bis zum sommer noch 10kg abnehmen“. oder „bis zum nächsten wochenende hab ich meinen kleiderschrank aufgeräumt“. aber wer hat denn bei so einem druck noch spass am bloggen? clara hat es in ihrem beitrag schon so schön gesagt: „immer locker durch die hose atmen!“ genau! locker bleiben!
ich hab aktuell sehr wenig zeit zum bloggen bzw. zum bilder machen und text drum rum basteln. letztes jahr war es noch so, dass ich mich zu solchen zeiten wirklich unter druck gesetzt habe und dann einfach irgendwas gepostet habe. hauptsache, 5x die woche da sein. wieso? es gibt wirklich wichtigeres, was mich gerade stresst. da brauch ich das hier doch so gar nicht. warum nicht einfach mal die klappe halten, wenn man grad nix zu sagen hat? warum nicht einfach mal das abendessen genießen oder den wochenendtrip, ohne dauernd an blogbilder und knipserei zu denken? auf der blogst13 kam das thema „mehr-wert“ bei blogbeiträgen zur sprache. und wieder: genau! lieber mal pause machen und wieder dinge erleben, damit einem auch irgendwann dann wieder die beiträge aus den fingern fließen. die meisten blogs leben nur von dem, was der blogger erlebt. wer aber im alltag, so wie ich, eigentlich nix erlebt, was jemanden interessieren würde, der bloggt halt mal nicht. ich habe angefangen, mir ab und zu mal die frage zu stellen: würde ich diesen post auch meiner nachbarin erzählen und fände sie das gut? der ein oder andere beitrag fiel dann der delete-taste zum opfer. auch nicht schlimm. 
man muss sich doch als blogger auch mal ehrlich die frage beantworten: wofür ist der blog überhaupt da? (was wiederum noch mehr fragen aufwirft: will ich mich dort selbst verwirklichen? will ich dort spass haben? will ich mit dem blog was verdienen? will ich damit bekannt werden? will ich damit die welt verändern? mache ich das nur für andere? wer sollte denn, warum, meinen blog lesen?)
mal ehrlich: wenn es nicht gerade um’s geld verdienen geht – gibt einem jemand was dafür, dass man sich stresst mit blogbeiträgen? klopft einem jemand auf die schulter und sagt: toll gemacht – essen ist eiskalt und der partner schon eingeschlafen, aber das foto ist super!?
ich möchte jetzt niemandem auf die füße treten, aber wir müssen uns doch mal klar werden, welchen stellenwert der blog im leben hat. nehmen wir uns selbst nicht manchmal zu wichtig, wenn wir uns vom bloggen stressen lassen? wem gegenüber sind wir denn verpflichtet außer uns selbst? ich blogge über’s leben und lebe im blog. das heißt für mich persönlich: der blog gehört zu mir, zu meinem leben, es ist mein HOBBY(!). aber im großen weiten netz ist er winzig und unbedeutend. sicherlich –  er ist mein fenster in die welt, das mir wichtig ist. und ab und zu bleibt der rolladen halt mal unten und das fenster ungeputzt. ich quatsche schließlich auch nicht jeden tag mit der nachbarin oder freundin. und trotzdem laufen die nicht weg! heißt, wer angst hat, leser zu verlieren, weil man mal nicht bloggt, hat da was falsch verstanden. wer den blog lesen will, hat ihn meistens in irgendwelchen feedreadern und da bekommt man es sofort mit, wenn der rolladen wieder hoch geht. da geht nix verloren.
wer blogmüde ist, der macht halt mal dicht. oder bastelt am layout und räumt auf, das gibt einem irgendwie auch neuen schwung. einfach mal wieder zeit nehmen – für den eigenen blog und auch für die anderen (so wie frau heuberg das jetzt angeht). qualität statt quantität. denn nicht nur der schreiber ist mal faul – auch die leser sind manchmal zu müde zum lesen. davon geht die (blog-)welt aber auch nicht unter.
so – wie bin ich jetzt überhaupt auf das alles gekommen? ach so – ja. blogtief! das wort stört mich. das klingt böse. dunkel. schwer. das klingt nach krise und beeinträchtigung der lebensqualität. ich würde aber sagen: wir haben keine blogtiefs. wir machen kreative pausen. wir setzen akzente. wir leben veränderung. wir nehmen anlauf. wir holen schwung. wir schaffen mehrwert. wir (er)leben, auch wenn wir nicht darüber schreiben. weniger ist eben doch manchmal mehr.
in diesem sinne – habe ich heute kein foto für euch. 🙂 aber das musste jetzt mal raus.
ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr habt viel spass beim bloggen. denn so soll’s sein!!!
Share: